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Die Katastrophe in Japan

Auch wenn unsere Partnerschule in Yokohama noch nicht unmittelbar von den Folgen der Natur- und Atomkatastrophe in Japan betroffen ist, sind unsere Anteilnahme und unser Mitgefühl bei den Opfern und Leidtragenden.

SPENDENAKTION DER SMV

"1 Euro für Japan" - unter diesem Motto hatte die SMV im April zu einer Spendenaktion für in Not geratene junge Menschen in Japan aufgerufen.
Das Ergebnis zeigte, dass viele Schülerinnen und Schüler bereit waren, mehr als einen Euro zu spenden. 1947 Euro konnten zweckgebunden an UNICEF, das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, überwiesen werden.
Die Klassen 5f und 6a haben mit 429.- bzw. 230.- Euro die größten Beitrage aller Klassen und Kurse geleistet und können sich auf die versprochene Belohnung in Form eines "speziellen Nachmittagsunterrichts" freuen.

Der Briefwechsel mit unserer Partnerschule gibt einen kleinen Einblick in die Situation in Japan:

In den Pfingstferien ging ein Schreiben des Leiters unserer Partnerschule in Yokohama ein:

Diese Mail erhielt Michael Nertinger, Q11, von seiner Austauschpartnerin am Sonntag, 3. April:

Dear Michael,
I have experienced the biggest earthquake in my life. March11, 2011. This date will be known throughout Japanese history from now on.
When the earthquake came, I was in my room with my dog and when the room started to shake I immediately went under my desk, as I was told to at school. At first, it was small and then gradually came so I knew it wasn´t the small earthquake that happens now and then. After the shaking was over my brother and I turned on the TV and we saw the huge tsunami that was attacking the upper north of Japan. We couldn´t believe it was happening in the same nation, in the country where we live.
And for weeks and weeks aftershocks continued in different parts of Japan. Just in case it would happen during the night, my mom would tell us to put socks and a jacket beside our pillow to be able to get up and wear them to go outside.
Just last week, we still had planned blackouts which was to deliberately get blackouts for 3 hours. The nuclear power station in Fukushima Prefecture had blown up, so we had to save energy for ourselves. Now things have calmed down but still the victims of the tsunami and earthquake are in need of food, water and shelter.
But we have to thank everybody in the world who are praying for Japan. Just one or two caring words will give strength to the people in the devastated areas.
I have come to realize again how dangerous mother nature can be.
With love from Yokohama,
Riho.


Diese E-Mail erhielt Frau Wimmer, die Leiterin unseres Japan-Austausches, am 15. März:

Dear Mrs Wimmer,
thank you very much for your kind mail. Our school is located in Yokohama but we are all safe.
This earthquake is a big problem for Japan. Nobody knows what is going to happen the next day.
However we are thankful for your mail. Thank you very much.
Best wishes.
Keiko Kawasaki
(Head of department at Kanagawa Prefectural Yokohama Senior High School of International Studies)

Herr Takafumi Kawaguchi, der zusammen mit Frau Wimmer den deutsch-japanischen Schüleraustausch aufgebaut hat, hat Frau Wimmer sehr ausführlich über das große Erdbeben und das Leben danach in Yokohama berichtet. Hier Ausschnitte aus seinen Briefen:

  

Liebe Evi,

danke fuer deine Sorgen um uns! Es geht uns! Unsere Wohnung ist heil geblieben, obwohl Nachbeben ab und zu passieren. Immer wenn es passiert, wehren wir uns. Masumi setzt sofort Helm auf. Ich Kopfkissen. Das ist schon eine Art Traum geworden. Wirklich schrecklich! Am 11. war ich in einem Klassenzimmer. Da waren 12 Schueler. Sie gingen sofort unter den Tisch. Ich konnte nicht stehen, deshalb hielte ich eine Tuer fest. Nach einigen Minuten sind alle vom Klassenzimmer nach draussen gegangen. In etwa zwanzig Minuten gingen alle Schueler nach Hause. Gleichzeitig stoppten alle Zuege und U-Bahn. Zum Glueck kommen die meisten Schueler mit dem Fahrrad zur Schule. Deshalb konnten sie nach Hause sicherlich zurueckkehren. Viele Leute, die in Tokio arbeiteten oder da waren, konnten aber nicht nach Hause. Ich nehme Buss, deshalb konnte ich an dem Tag nach Hause. Am 14. und 15. hatten die Schueler keine Schule, weil Zuege nicht fahren konnten. Das kommt davon, dass Atomkraftwerk nicht mehr funktionierte. Vom letzten Mittwoch bis zum Freitag hatten wir zwei Stunden Unterricht, aber nicht alle Schueler konnten zur Schule. Ich hatte keine Ahnung davon, dass wir soviel von dem Atomkraftwerk abhaengig waren.

Ein grosses Problem ist, dass geplante Stromsperre angefangen hat. Jetzt wird sie drei Stunden zweimal pro Tag gesperrt. Viele Leute gehen zum Supermarkt, um Lebensmittel zu kaufen. Deshalb fehlen uns viele Lebensmittel. Außerdem muss man an der Kasse lange warten. Gegenüber meiner Wohnung liegt ein großer Supermarkt.( …) Da gibt es zwar 12 Kassen, aber wir mussten lange warten. Ich habe bis jetzt kein Brot und keinen Reis besorgen können, aber gestern habe ich zum Glueck Brot und Reis kaufen können. Nicht nur Lebensmittel, sondern auch einige Sachen, die in der Nacht ohne Elektrizität nützlich sind, fehlen uns. Ich brauche zum Beispiel Batterien. Ich glaube, man kann Tag fuer Tag nuetzliche Sachen besorgen. Nach der jetzigen Nachricht wird die Stoerung des Atomkraftwerkes langsam verbessert werden. Alle hoffen, sie wird schneller verbessert.

Im Fernsehen werden fast nur die Nachrichten über das größte Erdbeben berichtet. Immer wenn sie berichtet werden, fühle ich wirklich traurig. Bis jetzt sind über 8000 Leute gestorben und über 12,000 Leute sind verschollen. Etwa 360,000 Leute sind in verschiedenen Katastrophensammelstellen.

Lufthansa landet nicht mehr in Narita. Nicht nur Lufthansa, sondern andere auslaendischen Flugzeugen landen nicht mehr in Narita. Sie landen im Flughafen Kansai. Das kommt auch von der Stoerung des Atomkraftwerkes. (..) Bestimmt werden alle in einigen Monaten verbessert. Auf der anderen Seiten brauchen die Leute, die wegen dem Tsunami alles verloren haben, lange Zeit, bis sie wie bisher leben koennen.

Viele Gruesse

Taka                           (geschrieben am 20. März)

Eine Rolltreppe, die wegen der fehlenden Stromversorgung gesperrt wurde

Liebe Evi,

danke dafür, dass ihr euch so viele Sorgen um uns macht! (…)

Was ihr tun könnt, ist, glaube ich, Spenden zu sammeln. Überall in Japan werden Spenden gesammelt.

Seit dem 11. März ist unser Leben ganz schwer geworden, aber es ist viel besser, als bei den Leuten, derer Häuser und wichtigen Sachen das Tsunami alles zerstörte. Viele Leute haben noch kein Lebensmittel bekommen können, weil die meisten Wege zu ihnen zerstört worden sind. Sie brauchen Lebensmittel, Wasser, Medizin, Benzin und so weiter. Wo das Erdbebeben passierte, da ist es sehr kalt, aber sie haben keine Heizung. Viele Leute können deshalb nicht ausschlafen. Die ältere Leute, die schon krank sind, sind wegen der Kälte oder ohne Medikament, das sie jeden Tag müssen genommen haben, gestorben. Das ist wirklich traurig. Die Ärzte wollten ihnen helfen, aber sie konnten diese älteren Leuten aus Medikamentmangel nicht heilen. Doch versuchen viele Leute sie ihnen zu senden. Alle hoffen, dass die Lage verbessern wird. Deshalb sollen wir uns über die Stromsperre nicht beklagen. Heute ist sie bei mir von 9:20 bis 13:00 und

von 16:50 bis 20:30. Unser Leben ist wirklich sehr viel abhängig vom Strom. Ich konnte mir bis jetzt nie vorstellen, dass ich ohne die Elektrizitätsversorgung lebe.

Wenn Nachbeben ab und zu passieren, fühle ich, als ob ich im schaukelnden Schiff wäre. Jetzt gerade passierte wieder ein Nachbeben. Heute bin ich früh nach Hause zurückgekehrt, weil ich einkaufen gehe mochte. Vor etwa 10 Minuten war ich da und habe zwei Fotos fotografiert. Ich schicke sie dir im Anhang. Du wirst vielleicht entsetzt sein, wenn du sie anschaust.

Viele Grüße

 

(Geschrieben am 22. März)

 

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