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So lernen Lehrer

Debatte spielend lernen

Wen wundert`s, dass gerade am Gymnasium Bad Aibling, an dem ein Schulparlament nicht eine ferne Vision, sondern – nun schon seit fast drei Jahren - gelebte Wirklichkeit ist, in diesem Jahr ein Pilotprojekt zum Thema Debatte gestartet wurde.

Insgesamt 19 Teilnehmer aus sechs Gymnasien des Umkreises trafen am 2. April 2008 auf Initiative der Fachschaft Deutsch am Gymnasium Bad Aibling zusammen, um unter sachkundiger und erfahrener Leitung des Landesbeauftragten für „Jugend debattiert“, OStR Wolfgang Pöppel, den theoretischen und praktischen Umgang mit Debatte in der Schule zu üben. 

 

Wer anfangs der Meinung war, bei einer Debatte handle es sich – so wie im Bundestag – um einen harten Schlagabtausch, eine „Redeschlacht“, mit der Absicht  bereits feststehende, eigene Positionen durchzusetzen, wurde sogleich eines Besseren belehrt. Die anwesenden Lehrer und Lehrerinnen lernten die Debatte als zivilisatorisches Instrument kennen, das dazu dient, neue Sichtweisen zu erfahren, Erkenntnisse zu gewinnen und den Weg eines gemeinsamen Ziels zu verfolgen, das in einem Entschluss, bestenfalls auch in einer Handlung mündet.

Wie man als Debattierender zu einem vorgegebenen Thema Stellung nimmt, Gründe nennt sowie  Kritik vorträgt, erfuhren die Teilnehmer und Teilnehmerinnen dann in einem spannenden und anstrengenden Training.

Bereits bei einfachen Übungen wie dem Ballspielen mit und ohne begleitende verbale Äußerungen, war erkennbar, mit welcher Absicht und welchem Engagement die Beteiligten an dem „Austausch“ teilnahmen, aggressiv und fordernd oder eher zaghaft und vorsichtig.

 

 

An Fragestellungen wie „Sollen Lehrer für Elterngespräche Hausbesuche tätigen?“ oder „Sollte das  Amt des Schulleiters zeitlich befristet werden?“ wurden dann die Einzelteile der Debatte geübt.

Neben der Möglichkeit, die Debatte zum Gegenstand einer mündlichen Schulaufgabe zu wählen – wie sie die zehnten Klassen des Gymnasiums Bad Aibling dieses Jahr absolvieren werden –, erscheint als wertvolle Erkenntnis der Fortbildung, dass damit sowohl die sprachliche Kultur, insbesondere die Gesprächsfähigkeit und die rhetorischen Bildung, wie auch die Erziehung zu Demokratie und aktiver Teilnahme von Schülerinnen und Schülern am politischen Leben und an der gesellschaftlichen Meinungsbildung interessant und nachhaltig vermittelt und gefördert werden können.

Bleibt also zu hoffen, dass an möglichst vielen Schulen die Debatte als Thema Eingang in den Unterricht findet und damit das schulische und öffentliche Leben durch geschulte und versierte Redner bereichert wird.

Dadurch gewinnt nicht nur die Arbeit im Schulparlament, sondern wird ein wichtiger Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung geliefert. Darüber, dass man den schulübergreifenden Austausch unter den beteiligten Lehrern und Lehrerinnen fortsetzen möchte, herrschte Einigkeit. Ein Erfolg der Debatte!

Brigitte Klein-Weigel/Georg Meltl

 

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