Schule mit Courage

Nathan, Nelson & Ich -

Der Dreiklang im Motto der Ausstellung, die seit der Verleihung des Titels Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ am 31.März 2014 in der Aula des Gymnasiums Bad Aibling bis zum 9. April 2014 zu sehen war, verweist darauf, dass Toleranz schon seit Jahrhunderten (Lessing) als Voraussetzung für ein friedliches Miteinander der Menschen erkannt, aber ständigen Bedrohungen ausgesetzt ist (Nelson) und von jedem einzelnen mitgetragen werden muss (ich).

Diese Ausstellung wurde von der Klasse 10e unter der Leitung ihres Deutschlehrers Matthias Lexa und in tatkräftiger Unterstützung ihres Kunstlehrers Andreas Legath konzipiert. Der tragende Gedanke basiert auf der Frage, ob Toleranz, Akzeptanz und Respekt auch an unserer Schule verbindliche Werte darstellen. Die Lektüre „Nathan der Weise“ von Lessing, in der die - problematische - Frage nach der einzig wahren Religion thematisiert wird, gab den Anstoß zu der Überlegung, inwiefern andere Meinungen und Überzeugungen in unserem Umfeld toleriert werden - oder eben nicht. Mit dem Tod des großen Kämpfers gegen die Apartheid in Südafrika, Nelson Mandela, bot sich zudem eine interessante Parallele zu Nathan an, da sowohl die literarische als auch die reale Figur zeitlebens gegen Vorurteile und engstirnige Meinungen ankämpfen mussten.

Nach monatelanger Vorarbeit und Organisation konnten die ersten Besucher die Ausstellung schließlich in der Pause der Titelverleihung „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ besichtigen. Bis zum 9. April.2014 konnten alle Klassen und Kurse der Jahrgangsstufe 8 bis 12, die diese Ausstellung sehen wollten, nach vorheriger Anmeldung von jeweils zwei Schülern der Klasse 10e durch die Ausstellung geführt werden.

Erster Bestandteil der Ausstellung war eine selbstgebaute „Mauer der Vorurteile“ mit vielen fremdenfeindlichen sowie naiv-dummen Verallgemeinerungen, wie man sie häufig hören kann, mit der die Schüler gleich am Eingang konfrontiert wurden. Die Klassen wurden als erstes dazu aufgefordert, sich diese durchzulesen, auf sich wirken und sich zum Nachdenken anregen zu lassen. Anschließend hatten die Schüler sowie die Lehrer die Möglichkeit, eigene Vorurteile auf Zettel aufzuschreiben, welche am Ende der Führung im Pausenhof in einer Feuerschale verbrannt wurden. Kernbereich der Ausstellung stellte ein mit schwarzen Tüchern verhülltes und mit Kissen und Teppichen ausgestattetes Zelt dar, in welchem bei dämmrigem Licht der wichtigste Ausschnitt aus dem Buch „Nathan der Weise“, die sogenannte „Ringparabel“, vorgespielt wurde. Der Dialog zwischen Sultan Saladin und Nathan, in welchem der Jude dem muslimischen Herrscher verdeutlicht, dass die Menschen (noch) nicht in der Lage seien zu erkennen, welche die „richtige“ Religion ist, wurde von zwei Schülerinnen der Klasse 10e vorgetragen. Als nächstes konnten sich die Besucher noch Fotos und Plakate sowie Definitionen an Stellwänden, die sich an das Zelt anschlossen, anschauen sowie einen von der Klasse angefertigten Toleranztest machen. Abschließend wurden die Besuchsgruppen in den Pausenhof geführt, wo als letzter Schritt die Vorurteile symbolisch verbrannt wurden.

Wir, Schülerinnen und Schüler der Klasse 10e, hoffen, mit dieser kleinen Ausstellung dazu beigetragen zu haben, dass sich alle Mitglieder der Schulfamilie immer wieder bewusst werden, dass man Toleranz nicht besitzen kann wie einen Regenschirm, sondern täglich neu beweisen, zeigen und mutig vertreten muss. Nathan und Nelson können hierfür als gute Vorbilder dienen.

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